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Hochwasserschutz (HWS)

Zum wiederholten Male hat es in den vergangenen Jahren Hochwasserereignisse gegeben, die auch für Leverkusen deutliche Konsequenzen hatten und als „Jahrhunderthochwasser“ in die Stadtgeschichte eingingen. 

Sie haben die Gefahren, die ein Gewässer für die Anlieger mit sich bringen kann, wieder deutlich werden lassen. Insbesondere die Hochwasserereignisse am Rhein in den 1990er Jahren und das Starkregenereignis ausgelöst durch Sturmtief „Bernd“ im Juli 2021 stärkte das Bewusstsein zur Förderung des Hochwasserschutzes.

Der Hochwasserschutz ist eine hoheitliche Aufgabe der Kommune und wurde den TBL als Anstalt öffentlichen Rechts der Stadt Leverkusen übertragen.

Die TBL betreiben mehrere HWS Anlagen auf dem Stadtgebiet, z. B. die HWS Mauer in Hitdorf und sind verantwortlich für Planung und Bau bzw. Sanierung der Anlagen sowie die weitere Entwicklung der Hochwasserschutzkonzepte auf dem Stadtgebiet in enger Kooperation mit dem Wupperverband und dem Deichverband Leverkusen.

Um die Bewohner*innen der Stadt Leverkusen kompetent zu beraten und zu unterstützen, erteilen die TBL Auskünfte zu Auswirkungen von Hochwasser auf Gebäude und Freiflächen, und informieren über bestehende und geplante Hochwasserschutzmaßnahmen in den jeweiligen Ortsteilen.

Definition

Was ist Hochwasser?

Hochwasser ist eine zeitlich begrenzte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land, insbesondere durch oberirdische Gewässer wie Flüsse oder Bäche. (§72 Satz 1 WHG .

Für das Eintreten von Hochwasser gibt es verschiedene potentielle Gefahren-quellen:

Zum einen können nach starken Regenfällen die Wassermengen in kleinen Gewässern um ein Vielfaches ansteigen. Zum anderen können sich hohe Wassermengen durch Starkregen oder langanhaltende intensive Niederschläge insbesondere auf versiegelten oder stark mit Wasser gesättigten Flächen und Mulden ansammeln. Diese Wetterphänomene werden in Zukunft verstärkt auftreten. Das öffentliche Kanalnetz hat zudem eine begrenzte Aufnahmekapazität an Wasser, wodurch es auch irgendwann zu einem Rückstau kommt. Auch aus dem Untergrund kann Hochwasser durch das ansteigende Grund-wasser ins Haus eindringen.

Hochwasser

Nach starken Regenfällen können die Wassermengen in kleinen Gewässern um ein Vielfaches ansteigen.

Starkregen

Starkregen und Sturzfluten sind Wetterphänomene, die in Zukunft verstärkt auftreten werden.

Kanalrückstau

Jedes öffentliche Kanalnetz hat eine begrenzte Aufnahmekapazität an Wasser.

Grundwasser
Grundwasser

Was viele vielleicht nicht wissen: Auch aus dem Untergrund kann Hochwasser ins Haus eindringen.

Gefahren und Risiken

Hochwassergefahren- & Hochwasserrisikokarten

Hochwassergefahrenkarten HWGK und sind räumliche Darstellungen der Überschwemmungsgebiete und bilden die Grundlage zur Beurteilung von Risiken. Sie sind bedeutsam für Bestrebungen in der Hochwasservorsorge, Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz. Oft werden sie zur Ableitung und weiteren Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen, beispielsweise dem Bau von technischen Anlagen wie Deichen oder HWS Mauern herangezogen.

Die Gefahrenkarten zeigen das Ausmaß der Überflutung und welche Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten zu erwarten sind. Außerdem sind bestehende Hochwasserschutzeinrichtungen wie Rückhaltebecken und Deiche sowie die Hochwassergefahr in den dahinter liegenden Bereichen in den Karten dargestellt.

Diese Karten sind in den folgenden drei abgestuften Häufigkeits-Szenarien verfügbar.

HQ häufig

Ereignis tritt im Mittel alle 10 bis 20 Jahre ein

HQ 100

Ereignis tritt im Mittel alle 100 Jahre ein (i. d. R. Bemessungs­hochwasser/Schutzziel)

HQ extrem

Ereignis tritt im Mittel alle 100 bis 500 Jahre (ein Extrem-Hochwasser)

Die bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis HQ100 überschwemmten Flächen sind auf Grundlage des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und des Landeswassergesetzes NRW (LWG) durch ein förmliches Verfahren mit einer ordnungsbehördlichen Verordnung durch die Bezirksregierung Köln als Überschwemmungsgebiet gesetzlich festgesetzt. Mit der Festsetzung werden Handlungen verboten, die sich negativ auf den Hochwasserabfluss auswirken können.

Das 100-jährliche Ereignis gilt i. d. R. auch als Schutzziel bzw. als Bemessungshochwasser, d. h. die technischen HWS Anlagen werden so errichtet, dass die dahinterliegende Bebauung min. vor dem 100-jährlichen Ereignis geschützt sind.

Die Hochwasserrisikokarten (HWRK) bauen auf den Hochwassergefahrenkarten auf und zeigen zusätzlich, wo ein Risiko für empfindliche Nutzungen vorhanden ist, ob das Risiko z. B. für die menschliche Gesundheit oder für wirtschaftliche Werte besonders groß ist sowie für welche Bereiche Maßnahmen entwickelt werden sollten, um das Risiko zu vermindern.

Risikogewässer

Welche Risikogewässer gibt es ins Leverkusen?

Zum Downloadbereich

Ein Gewässer gilt dann als Risikogewässer, wenn von ihm im Hochwasserfall besondere Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe oder die wirtschaftliche Tätigkeit beziehungsweise erhebliche Sachwerte ausgehen. Für diese Gewässer liegen HWGK vor.

In Leverkusen gelten Rhein, Wupper, Dhünn, Wiembach und Mutzbach als Risikogewässer, für die auch HWGK und HWRK erstellt wurden. Auch am Bürgerbuschbach kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Überflutungen.

Karte von Leverkusen mit markierten Risikogewässern Rhein, Wupper, Dhünn, Wiembach und Mutzbach

Relevante Pegel

Welche Pegel sind für Leverkusen relevant?

Gewässerpegel sind bei der Einschätzung der Hochwassergefahr und der Umsetzung von Alarm- und Einsatzplänen von entscheidender Bedeutung. Die Maßnahmen reichen von der Sperrung von Radwegen und Straßen über den Aufbau von Hochwasserschutztoren und der Mobilwand in Hitdorf bis zur Einleitung von Katastrophenschutzmaßnahmen. Die TBL gewährleisten dies durch eine situative Hochwasserbereitschaft und stehen dabei im engen Austausch mit anderen Akteuren, wie dem „Hydrologen vom Dienst“ des Wupperverbandes und der Berufsfeuerwehr Leverkusen.

    Die Maßnahmen für das Risikogewässer Rhein orientieren sich dabei am Pegel Köln der durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) betreiben wird. Die Entwicklung und Vorhersage dieses Pegels können über folgende Links beobachtet werden:

    https://www.elwis.de/DE/dynamisch/Wasserstaende/Pegelgrafik:pegel:KÖLN

    https://www.hochwasser.rlp.de/flussgebiet/mittelrhein/koeln#wasserstaende

    Für die weiteren Risikogewässer in Leverkusen sind die Pegel Opladen (Wupper) sowie die Pegel Manfort und Pegel Hummelsheim (Dhünn) relevant. Ein neuer Pegel ist am Wiembach in Opladen geplant. Diese Pegel werden durch das LANUV NRW bzw. den Wupperverband betrieben und können über das Hochwasserportal des Wupperverbandes (https://hwpsn.wupperverband.de...) eingesehen werden, wo auch weitere Information und Situationsanalysen zu finden sind.

    Mittel im HWS

    Geeignete Mittel im Hochwasserschutz

    Es gibt verschiedene technische Anlagen, welche vor Hochwasser schützen. Zu den wasserbaulichen Schutzbauwerken gehören Deiche, Dämme, Rückhaltebecken, Hochwasserschutzmauern und Talsperren.

    Wer ist noch zuständig?

    Die Verantwortlichen

    Wer ist noch zuständig?

    Die TBL sanieren Hochwasserschutzanlagen an Rhein, Wupper und Dhünn und entwickeln Konzepte zur Hochwassersicherheit. Deichverband Leverkusen und Wupperverband betreiben ebenfalls Schutzanlagen und übernehmen wasserwirtschaftliche Aufgaben.

    Kontakt

    Ihr Kontakt zu den Technischen Betrieben Leverkusen

    Die Technischen Betriebe Leverkusen sind als kommunales Dienstleistungsunternehmen für zentrale Aufgaben der städtischen Infrastruktur im Einsatz. Unser engagiertes Team steht Ihnen bei Fragen, Hinweisen oder Anregungen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir sind gerne für Sie da!

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